Achtung Inflation

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Auf was wir uns einstellen sollten!

Die Preise steigen und plötzlich kostet der Wocheneinkauf mehr als noch vor einem Jahr, die Miete zieht an und auch der Cappuccino unterwegs wird zum kleinen Luxus. Inflation ist längst kein abstrakter Wirtschaftsbegriff mehr, sondern spürbarer Alltag. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Und warum hört man gleichzeitig immer öfter von steigenden Zinsen und nervösen Börsen?

Inflation bedeutet vereinfacht gesagt: Geld verliert an Kaufkraft. Für denselben Betrag bekommt man weniger als früher. Ein bisschen Inflation ist sogar normal und von der Europäischen Zentralbank (EZB) gewünscht. Etwa zwei Prozent pro Jahr gelten als gesund für die Wirtschaft. Problematisch wird es, wenn die Preise deutlich schneller steigen.

Treiber – die Energiekrise (Ölpreisschock)
Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges schoss die Inflation von unter 2% zeitweise auf über 9% in den USA, in Europa sogar über 10%.

Seither haben die Notenbanken die Situation wieder normalisieren können, in Europa liegt die aktuelle Inflation bei 3%, in den USA stieg sie zuletzt wieder auf 3,8%, der höchste Wert seit drei Jahren.

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Die angespannte Situation im Nahen Osten führt zu gestörten Lieferketten und treibt die Rohstoffpreise für Öl, Gas und Strom in die Höhe.

Je länger die Straße von Hormus nicht sicher passierbar ist, umso höher wird die Inflation steigen. Hinzu kommen steigende Löhne, wenn Beschäftigte höhere Gehälter fordern, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Für Unternehmen bedeutet das aber höhere Kosten, die sie wiederum in Form von höheren Preisen weitergeben könnten. Ökonomen sprechen hier von einer sogenannten Lohn-Preis-Spirale.

Und was machen die Zentralbanken? Sie versuchen gegenzusteuern – vor allem über die Zinsen. Steigende Zinsen sollen die Nachfrage bremsen. Kredite werden teurer, egal ob für Unternehmen oder Privatpersonen. Wer sich eine Immobilie finanzieren möchte oder einen größeren Kauf plant, überlegt es sich bei höheren Zinsen oft zweimal. So wird weniger Geld ausgegeben, und der Preisdruck kann nachlassen.

Doch höhere Zinsen haben Nebenwirkungen, insbesondere an den Börsen. Aktienkurse spiegeln Erwartungen über die Zukunft von Unternehmen wider. Wenn Kredite teurer werden, steigen für viele Firmen die Finanzierungskosten. Investitionen werden vorsichtiger geplant oder verschoben, Gewinne könnten langsamer wachsen.

Vorsicht bei Technologie-Aktien

Besonders stark betroffen sind oft wachstumsorientierte Unternehmen, also Firmen, die heute viel investieren und auf zukünftige Gewinne setzen, etwa im Technologie-Bereich. Deren Bewertungen basieren stark auf Erwartungen für die kommenden Jahre. Steigen die Zinsen, werden diese zukünftigen Gewinne rechnerisch weniger wert und die Aktienkurse können entsprechend nachgeben.

Heißt das nun, dass Aktien grundsätzlich unattraktiv werden? Nein! Manche Branchen werden sogar von Inflation profitieren. Unternehmen, die ihre Preise relativ leicht erhöhen können – etwa im Konsumgüterbereich oder bei bestimmten Dienstleistungen – kommen oft besser durch inflationäre Phasen.

Am Ende zeigt sich: Inflation ist mehr als nur eine Zahl in den Nachrichten. Sie beeinflusst unseren Alltag, unsere finanziellen Entscheidungen und sogar die Stimmung an den Märkten. Ein Grund zur Panik ist das nicht. Aber ein guter Anlass, sein Portfolio zu überprüfen.

Quelle: finanzen.net

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