Der unsichtbare Gewinner hinter unseren Lebensmitteln
Auch wenn wir bei dem Namen vielleicht an die Kerry Gold Butter aus Irland denken, hat diese nichts mit der irischen Kerry Group zu tun – dafür aber sicherlich nicht weniger interessant.
Ein kurzer Blick in die Historie
Kerry ist ein irisches Unternehmen und wurde 1972 als Molkereigenossenschaft gegründet. Aus diesem vergleichsweisen kleinen Unternehmen entwickelte sich ein weltweit tätiger Anbieter von Geschmacks-, Ernährungs- und Biotechnologielösungen.
Wie verdient die Kerry Group Geld?
Kerry verkauft nicht unbedingt die fertige Marke im Supermarkt. Stattdessen liefert das Unternehmen den Lebensmittelherstellern die Zutaten, Aromen, Texturen und Technologien, die deren Produkte besser, gesünder oder haltbarer machen.
Also wenn ein Hersteller beispielsweise einen Joghurt mit weniger Zucker, oder einen Fleischersatz mit besserem Geschmack oder ein Getränk mit bestimmten funktionalen Eigenschaften entwickeln möchte, kann Kerry die entsprechenden Lösungen liefern.
Damit sitzt Kerry gewissermaßen hinter den Kulissen der Lebensmittelindustrie.
Aktuelle Nachrichten/Zahlen
2025 erzielte Kerry rund 6,76 Milliarden Euro Umsatz und 1,21 Milliarden Euro EBITDA. Die EBITDA-Marge stieg auf 17,9 Prozent. Besonders beeindruckend: Der Free Cashflow lag bei 643 Millionen Euro – die Kassen sind voll!
Und 2026 läuft bislang ebenfalls ordentlich.
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz auf 3,3 Milliarden Euro. Das Volumenwachstum lag bei 3,3 Prozent, die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 16,7 Prozent und der bereinigte Gewinn je Aktie stieg währungsbereinigt um 7,9 Prozent.
Kerry hat außerdem neue Finanzziele bis 2030 vorgestellt. Das Unternehmen profitiert dabei von langfristigen Trends, wie gesündere Ernährung / weniger Zucker / proteinreiche Ernährung / funktionale Lebensmittel / Convenience und pflanzenbasierte Produkte.
Und vor allem: Lebensmittelhersteller müssen ständig neue Produkte entwickeln.
Warum ist die Aktie so stark gefallen?
Die Lebensmittelhersteller stehen selbst unter Preisdruck. Rohstoffkosten steigen, Kunden können Lieferanten wechseln und Währungsschwankungen spielen für einen international tätigen Konzern eine große Rolle.
Außerdem ist Kerry nicht unbedingt die klassische Schnäppchenaktie. Qualität hat an der Börse ihren Preis.
| Die Zahlen | Wert |
|---|---|
| Börsenwert | 13,79 Mrd. EUR |
| Umsatz | 6,76 Mrd. EUR |
| Gewinn | 658,5 Mio. EUR |
| Dividende | 1,76% |
| KGV | 18,98 |
| ROCE* | 15,03% |
*ROCE – Return on capital employed
Quelle: Onvista
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